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150Watt Audioverstärker mit Röhren

Der Amp ist noch unfertig, funktioniert aber schon soweit:

Frontend: spiegel-schwarze, 8mm starke Gesteinsplatte (extrem fester Granit aus Serbien), mit den Einstellreglern und Anzeigen.

schmale Seite(n) : Tragrahmen, 3-7mm Profilstahl, geschweißt, darauf die erste Einfassung (für den Stein) aus Messing.

H/B/T: 80x22x6 cm

 

Tubeamp 8xEL34

Rückseite: Marmor, weiß, trägt die Verstärkerröhren und beinhaltet die Schaltung:

 

Die Verstärkerschaltung ist zweifach, für Stereo aufgebaut und entspricht dem durch Volker Jeschkeit vorgestellten Amp, Jeschkeit-Amps. Die Endstufen machen erfreulich Druck und laden ein zum lauten Hören! Je 4 Leistungspentoden "EL34" arbeiten im A/B Gegentakt Parallelbetrieb über einen gemeinsamen Kathodenwiderstand. Die Spannung an den miteinander verbundenen Kathoden bleibt stabil, da sich die Schwankungen durch den Gegentakt aufheben. Da ich eine etwas höhere Betriebsspannung, und weiter Ultralinear-Ausgangsübertrager, also mit Schirmgitteranschluß verwende ist die Schaltung dahin geändert.

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Die Pegelanzeigen:

Zwei Bildröhren mit 5cm Schirmdiagonale zeigen ein Abbild des verstärkten linken und rechten Kanal.

Die Röhren sind weiter mit handgroßen, beweglichen Zahnrädern umfasst. Die Messing-Zahnräder sind innen kreisrund ausgedreht und auf entsprechend große Kugellager montiert. Die Zahnräder sind zur Lautstärkereglung und enthalten ein grünes Glasfenster zu den Oszillographenröhren.

Diese beiden links+rechts Lautstärkeregler können über ein drittes, schwenkbares Zahnrad zusammen geschalten werden:

Die Schaltung zur Ansteuerung der russischen Kathodenstrahlröhren "5LO38I":

115V Wechselspannung versorgen die sechsfache Kaskade aus Diode/Kondensator zur Erzeugung der 700V Anodenspannung.

Leitungen zu den Bildröhren sind geschirmt und den Spannungen angemessen. Die Koppelkondensatoren der statischen Ablenkung müssen über die Bildlage-Steller Anodenpotenzial zurückhalten. Die Koppelkondensatoren der vertikalen Ablenkung "Y" sind verkleinert, um tiefe Frequenzen etwas zu bedämpfen. Die Y Ablenkplatten sind über die 100k Widerstände an den Anoden der Endröhrenpaare angeschlossen. Die "5LO38I" kam spektakulär in Raketen-Abwehrstationen, zu Zeiten des "Kalten Krieges" zum Einsatz.

Sägezahngenerator für die horizontale Bildablenkung ...

... als Drahtigel-Testaufbau.

Die Ablenkfrequenz beträgt daraus 50Hz und erzeugt gezeigtes Kurvenbild bei einem 150Hz Messton am Eingang des Audioverstärker.

Die Marmor -Rückwand mit Bestückungsseite:

Die Verwendung von Marmor als Trägermaterial hat einige Vorteile: Neben einer schönen, alterungsbeständigen Oberfläche ist Naturstein wärmebeständig und verformt sich nicht. Auch sind Marmor und Granit sehr gute elektrische Isolatoren.

Nachteilig ist die Bruchempfindlichkeit bei Marmor...

Dagegen ist auf der Schaltungsseite der Marmorplatte ein Hilfsrahmen aus Stahl geklebt, der die Kräfte aufnimmt. (J-B 2 Komponentenkleber) Trag- und Hilfsrahmen lassen sich ohne Spiel oder Druck verbinden. Es sind Gewinde geschnitten.

unfertige aber soweit funktionsfähige Schaltungsseite:

Tubeamp 8xEL34

 

Baugruppen sind in 2cm flache Kupferkästchen eingebaut. Die Kästchen bekommen Masse und Deckel.

Bildröhren-Spannungserzeugung

Die Leiterzüge aus 4mm² Messinglot für Masse, Betriebsspannungen, und zur Verschaltung der Endstufen sind isoliert im Marmor eingeklebt oder miteinander verlötet. Es gibt keine klassische Platine. Das Messinglot ist angenehm federsteif, es verbiegt praktisch nicht.

Eingangsstufe rechter Kanal

Massepunkt der rechten Vorstufe aus Kupferblech auf Hartpapier.

Anschluß EL34, Teil der Endstufe rechts

Im oberen Bereich des Gesamtaufbau, unter der Streckmetallabdeckung befinden sich die Ausgangsübertrager "Fender" -Bassman 

und unten im Fuß das Netzteil:

-

Das Netzteil besteht aus zwei Stück 500 VA Transformatoren mit 230/2x115 Volt Wicklungen, und richtet mit dem russischen Thyratron, TG1-2,5/4 (Argon?) Einweg gleich. Es liefert aus 3x115 V letztlich 390- Veff für die Verstärker. Die vierte 115 V Sekundärwicklung ist für die allgemeine Heizung vorgesehen. Die Heizung des Thyratron verlangt eigene 5 Volt und bis 14 Ampere an Strom und wird aus einem dritten Trafo versorgt. Trafos und Übertrager sind mit Filz zum Metallrahmen entkoppelt.

 

Thyratron

Der Gleichrichter, das Thyratron TG1-2,5/4 erzeugt im Betrieb ein violett leuchtendes Plasma aus ionisiertem Gas. Röntgenstrahlung ist hier kein Thema da die Anodenspannung kaum 500V beträgt.

 

Durch die Halbwellengleichrichtung fallen die Siebkondensatoren üppig aus, 1000µ/400V hatte ich in der Schublade. Eine "Drossel-Input" Alternative wäre denkbar, ist hier aber zu groß. Beim Einschalten wird das Thyratron ohne Betriebsspannung etwa eine Minute vorgeheizt. Der "470µ/100V" Kondensator C1 läd langsam über den "260k" Widerstand R1 bis die Glimmlampe zündet und sich die Spannung am Gitter der ECC82 von -20Volt nahe 0 Volt verschiebt. Die Röhre liefert jetzt mit beiden Systemen 10 mA Schaltstrom für die "antike" Relaisröhre: SR1 im Anodenkreis. Es fehlt noch eine flinke Entladung des Kondensator bei kurzer Stromunterbrechung, -vielleicht über ein Relais...

 

Oben rechts, Relaisröhre SR1

Röhrenheizung:

1,5A Gleichstromheizung an 110V~ (Die Kathodenstrahlröhren benötigen hier schaltungsbedingt eine brummfreie Heizspannung)

Alle EL34 sind in Serie. Die zulässige Ufk wird dabei nicht überschritten. ECC's und Osziröhren sind für 1,5 Ampere parallel geschalten und über die Mittelanzapfung geerdet. Fette Last- bzw. Siebwiderstände verbrutzeln fast die Hälfte der Speisespannung, das erschien mir aber letztlich immer noch besser als Trafo-abwickeln... ... ... ... .

 

Bei deutlicher Überspannung im Parallelkreis (zB. durch teilweises Entfernen der ECC Röhren) werden die Zenerdioden leitend. Die Glühlampen begrenzen deren Stromfluß. 


Das Voltmeter zeigt die Heizungs-Spannung der Vorstufenröhren an.

Der Einbau des optionalen Vorverstärker mit Klangregelung steht noch aus.

Höhen- und Tiefenreglung ist daher noch ohne Funktion aber deren Einstellregler gibt es schon. Mit der "Mondsichel" soll die Klangreglung bei Bedarf zugeschalten werden können.

Die runden Scheiben aus Messing (4mm) lassen sich dank der darunter liegenden Kugellager ohne Eiertanz bedienen.

 

Elfpolige Röhrenfassungen für die 5LO38I Kathodenstrahlröhren konnte ich nicht auftreiben...

 

Die Fassungen sind daher komplett handmade mit svenson aus Granit geschnitten.

 

 

Die Granitfassungen erhalten einen weiteren Ring mit Deckel aus Marmor...

...und darin Spindeltrimmer zur Einstellung von Helligkeit und Schärfe. Das ist kompakt und spart Leitungen zu den Bildröhren.

 

Tubeamp 8xEL34

 

Die Wärmeentwicklung des Amp, allein die Verlustleistung der Röhrenheizungen >150VA erscheint angesicht moderner Energiekonzepte gigantisch und ist eigentlich nur im Winter gewissenskonform freizusetzen. Nach einigen Stunden pegelt sich durch Metall und Stein schön gleichmäßig verteilt, die Gerätetemperatur bei molligen 50°C ein. Zwischen den Steinplatten bleibt Platz für die Luftzirkulation von unten nach oben, entlang der Schaltung. Bis auf einige Testlötungen sind MOX-Widerstände verbaut. Die 4 Kunststoff-Trimmer der Vor- und Treiberstufe sind inzwischen gegen keramische Typen ausgetauscht. Das Thema: "seltsames Spratzen" war damit konstruktiv beendet. (Das hätte ich so nicht erwartet, naja irgendwann lernd's wohl jeda...) Befürchtungen die Ausgangsübertrager könnten die naheliegende Bildröhre magnetisch beeinflussen waren unbegründet. Aufwändige MU Schirmung durfte entfallen. Den betriebenen Aufwand habe ich bisher nicht bereut. Anfängliche Bedenken zum Thema: Gegentaktverstärker mit Röhren klingen hölzern und hart, sind für mich (über alle Erwartung) komplett ausgeräumt.

Die Schaltung ist inzwischen eine vertrauenswürdige Weile und ohne Zicken in Betrieb. Nunmehr sind 19 Röhren, und 0 Transistoren verbaut.

 

"...das ist ja wirklich DER Hammer"

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